„dazwischen“ Arbeiten von Heinz Friege

Eröffnung:  2. Mai 2010, 11 Uhr
Ort:  FORUM KONKRETE KUNST ERFURT Peterskirche / Petersberg
Laufzeit:  2. Mai – 6. Juni 2010

Begrüßung: Heidi Bierwisch, Vorsitzende des Fördervereins Konkrete Kunst. Der Künstler ist anwesend.


„Proportionen – Progressionen“ Arbeiten von Heinz Friege / Remscheid in der Ausstellungsreihe „dazwischen“

Entsprechend einer Vereinbarung zwischen der Kulturdirektion, der Kunsthalle und Heidi Bierwisch, der Vorsitzenden des Fördervereines Forum Konkrete Kunst e.V. wird in der Interimszeit bis zu einer anzustrebenden Wiederbesetzung der Projektleitung für das Forum die inhaltliche Arbeit – Ausstellungen, Kolloquium und Veröffentlichungen –  ehrenamtlich von Frau Bierwisch übernommen. Bereits mit der Ausstellung „Bauhausnachfolge II“ hat sie die Tradition der Ausstellungsreihe „dazwischen“ fortgesetzt. Nun folgt die zweite Schau in dieser Reihe.

Die Presse wird sehr herzlich zur Eröffnung eingeladen. Da der Künstler zum Aufbau der Ausstellung erst am 2. Mai kommen kann, ist leider ein informatives Pressegespräch vorab nicht möglich.
Für Fragen steht Frau Heidi Bierwisch zur Verfügung.

Zum Künstler
Heinz Friege wurde 1923 in Dresden geboren. Nach seinem Abitur wurde er von 1942–45 zum Kriegsdienst eingezogen und kehrte schwer verwundet zurück.
1947–51 besuchte er die Kunsthochschule Dresden.
1951 musste er mit Familie wegen „verdächtigen Engagements“ an der Hochschule über Westberlin in die Bundesrepublik fliehen und ließ sich in Remscheid nieder. Neben seiner freien Tätigkeit als Künstler war er als Kunsterzieher und später als Stadtgrafiker in Remscheid tätig.
Seit 1983 ist er freischaffender Künstler, seit 1992 Mitglied des Westdeutschen Künstlerbundes, hatte seit 1950 Einzelausstellungen und zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen.
1986–2006 führte er zusammen mit seiner Frau Gundis Friege eine Werkstattgalerie, in der sowohl prominente Künstler ausstellten als auch namhafte Theoretiker zu Eröffnungen oder Künstlergesprächen zu Gast waren.
„Bei Frieges zu Gast“ war ein Qualitätsbegriff.

Zur Ausstellung
Heinz Frieges künstlerische Entwicklung führte über den expressiven Holzschnitt, stark farbige, gestische Malerei, eine allmähliche Beruhigung mit figurativen Andeutungen hin zur Ästhetik des Mathematischen. Seit den 70ger Jahren wendete er sich konsequent der Konkreten Kunst zu.
Bildnerische Basisform ist fast ausschließlich das Quadrat, für ihn die stabilste geometrische Form, Ausgangspunkt für Teilungen, Rhythmisierungen u.ä.
Auch in der Ausstellung in der Peterskirche zeigt er acht quadratische Bildobjekte, auf denen mit je vier Arbeiten die beiden für ihn wesentlichen gedanklichen Auseinandersetzungen thematisiert werden: die Fibonacci-Zahlenfolge als eine der bedeutendsten Progressionen und der aus ihr resultierende Goldene Schnitt als die unser Empfinden prägende Proportion.
Während es sich bei der einen Werkgruppe um eine rhythmisierte Flächenaufteilung im Sinne des Goldenen Schnittes, bzw. der Fibinacci-Folge handelt, zeigen weiteren Arbeiten lineare Verspannungen der Quadratränder im Sinne der mathematischen Folge.
Immer geht Friege spielerisch kombinatorisch mit diesen vorgegebenen Zahlen um, einmal streng der Reihenfolge nach – quasi den Goldenen Schnitt verfolgend – ein andermal springt er, versucht mögliche Variationen der Zusammenstellung der Fibonacci-Zahlen, um Spannung zu erzeugen. Er ist fasziniert von Zahlen und Zahlenreihen, aber nicht als Mathematiker, eher als Jongleur.
Bei den Verspannungen werden die Linien auf einer schwarz grundierten Fläche abgeklebt und dann mit einer weißen Deckschicht übermalt, so dass vom Untergrund nur die schwarzen Linien stehen bleiben. Bei den Rhythmisierungen arbeitet Friege mit dem Kontrast einer fast naturbelassenen Preßspanplatte und weiß lackierten,  geschliffenen Flächen.

Heinz und Gundis Friege – sie verfolgt mit fotografischen Arbeiten experimentelle Wege – sind seit vielen Jahren Freunde und Begleiter des Forums Konkrete Kunst.
In der ständigen Präsentation ist Friege mit einem Objekt aus einer weiteren Werkgruppe vertreten, den aufgefalteten weißen Rahmenobjekten, einer Entwicklung von der Fläche in den Raum. Bei der Arbeit hier in der Peterskirche handelt es sich um eine Dreifachfaltung  im Verhältnis 2:1:1. Dieses Objekt findet bei Besuchern viel Aufmerksamkeit und wir freuen uns, Heinz Friege mit diesem interessanten Werk bei uns vertreten zu wissen.

Heidi Bierwisch