Hommage an eine Gründergeneration
Kolloquium, Ausstellung und Aktion in der Stadt – Ein Projekt zu ‚90 Jahre Bauhaus’
Das FORUM KONKRETE KUNST bereitet zu oben genanntem Thema ein Projekt vor, das aus drei Teilen bestehen wird:
1. Projekt „Die Kunst geht in die Stadt“ – Hommage an eine Gründergeneration
„Anliegen von Künstlern zu Beginn des 20. Jhds., zur Zeit des Aufbruch im Sinne der Abstraktion, des Konstruktiven und Konkreten war es, Kunst und Alltag zusammen zu führen …“
Diesem Traum folgend möchte das FORUM nicht nur Besucher zu einer Ausstellung in die Peterskirche einladen, sondern in Umkehrung dessen eine Ausstellung zu den Menschen in der Stadt bringen, wo sie den Werken bei ihren alltäglichen Wegen und Besorgungen, Freuden und Problemen begegnen.
Das FORUM Konkrete Kunst startete eine Grafikaktion mit Unikaten von im FORUM engagierten Künstlern im In- und Ausland. Als zusammengehöriges Projekt erkennbar sind die Werke für die, die auf sie in Schaufenstern, Cafès, Läden oder Banken aufmerksam werden, durch eine auf den unteren Rand des Bogens gedruckte Themenzeile „Hommage an eine Gründergeneration – die Kunst geht in die Stadt“. Diese Bögen wurden durch Künstler mit einer Unikatgrafik vervollständigt. Begleitet wird die Aktion durch Aufkleber und ein Informationsblatt, in dem alle Künstler und Einrichtungen aufgeführt sind, und das in der Stadt zu erhalten sein wird.
Um die Projekt-Idee in Gang zu setzen, starteten wir parallel zwei Einladungen: zum einen an alle mit dem Forum im Kontakt stehenden Künstler, zum anderen an Einrichtungen im Innenstadtbereich von Erfurt. Mit Risiko und Ungewissheit waren beide Anfragen verbunden, aber wir waren voller Vertrauen. Die große Zahl der Anmeldungen von Künstlern gab diesem Vertrauen Recht: 89 Beteiligte aus 9 europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich, den Niederlanden, Schweden, der Schweiz und Spanien) meldeten sich zur geplanten Grafikaktion und sandten zumeist nicht nur eine, sondern zwei bis drei Grafiken.
Bei den angesprochenen Einrichtungen weckte die ungewöhnliche Idee zunächst überraschtes Erstaunen, dann aber in den meisten Fällen Interesse und freudige Zustimmung.
Je nach räumlichen Möglichkeiten werden in 30 Einrichtungen im Innenstadtbereich 120 gerahmte Grafiken eingeordnet, von 1 Arbeit bis in einem Falle sogar 20 Arbeiten – in Apotheken, Läden, Schaufenstern, Restaurants und weiteren Einrichtungen.
Begleitend zu diesem Künstlerprojekt werden Schüler der Walter-Gropius-Schule und des Albert-Schweitzer-Gymnasiums am 4. Mai ganztägig die Innenstadt beleben mit einer Aktion zum gleichen Thema „Die Kunst geht in die Stadt“, einer Zusammenarbeit des Forums Konkrete Kunst mit Lehren und Schülern, die sich mit Ideenreichtum und Engagement eingebracht haben.
Die Organisation und Realisation des Projektes ist kompliziert und fordert Engagement und Flexibilität von allen dem Forum Konkrete Kunst helfenden Kollegen der Stadtverwaltung. Dank der Förderung und Unerstützung durch das Kultusministerium des Freistaats Thüringen, die Kulturdirektion der Landeshauptstadt Erfurt sowie die Sparkassenstiftung Erfurt war auch der finanzielle Hintergrund geschaffen. Allen gilt unser herzlicher Dank.
Die Aktion läuft vom 4. Mai – 23. August 2009. Aber bereits am 23. April werden die Grafiken verteilt und in den nachfolgenden Tagen gehängt oder eingeordnet, denn das ganze Projekt soll als Teil des Gesamtprojektes „Hommage an eine Gründergeneration“ zu Beginn des Kolloquiums und der begleitenden Ausstellung in der Peterskirche am 4. Mai fertig sein.
Im September werden dann alle gerahmten Grafiken gemeinsam in der Peterskirche – im Forum Konkrete Kunst – ausgestellt und können auch von Interessenten zugunsten der Künstler käuflich erworben werden.
2. Ausstellung in der Peterskirche 4. Mai–23. August 2009
mit 15 Künstlern aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Österreich, Polen und Schweden.
Eröffnung im Rahmen eines Festes am 4. Mai 2009, 18–21 Uhrmit Musik, Poesie und Lichtperformances.
3. Theoriekolloquium jeweils ganztags am 5. und 6. Mai 2009 im Augustinerkloster mit Referenten aus Deutschland, Österreich, Frankreich, den
Niederlanden und Polen.
Statement der Projektleiterin:
Wie verstehe ich das Thema „Hommage an eine Gründergeneration“? Ich erwarte keine formalen Anklänge an die Meister, keine Fortführung der Konzepte. Die Hommage verstehe ich als eine Haltung im Sinne der Vordenker: Weiterdenken der Konzepte, vitales Interes- se an Ergebnissen und Erscheinungen unserer Zeit und Gesellschaft, Neugier und Hinterfragen, Mut zu Neuem, denn all das haben die Künstler der Gründergeneration in Russland, Polen, den Niederlanden, Frankreich und eben auch am Bauhaus vorgelebt.
Die Kulturdirektion und der Förderverein des FORUM KONKRETE KUNST ERFURT e.V. laden herzlich ein zum 16. Kolloquium des FORUM KONKRETE KUNST ERFURT vom 4. bis 6. Mai 2009 im Tagungszentrum des Augustinerklosters Erfurt,
Augustinerstraße 10.
PROGRAMM
Dienstag, 5. Mai 2009
11.00 – 11.20 Uhr
Eröffnung durch den Kulturdirektor, Jürgen Bornmann und die Projektleiterin Heidi Bierwisch
11.20 – 12.20 Uhr
Prof. em. Dr. Dr. Siegfried J. Schmidt / Münster / Bozen,
„Hommage an eine Gründergeneration – Konzepte, Weiterungen, Widersprüche“
12.30 – 13.00 Uhr
Dr. Ulrike Hess / Walter-Gropius-Schule Erfurt „Menschen können Brücken schlagen“ zur Arbeit der Schule mit Bezug auf ihren Namensgeber
13.00 – 14.00 Uhr Mittag
14.00 – 14.45 Uhr
Dr. Birgit Möckel / Kunsthistorikerin Berlin „… mehr als nur ein Begriff …“ Neue Lösungen und Grenzbereiche Konkreter Kunst heute
14.45 – 15.15 Uhr Kaffee
15.15 – 16.00 Uhr
Prof. Dr. Gerhard Glüher / Freie Universität Bozen / Fak. für Design und Künste
„Spiel und Analyse, Konkrete Fotografie und Medienexperimente am Bauhaus – eine Studie über Gemeinsamkeiten und Unterschiede“
16.15 –16.45 Uhr
Ulrich Behl / Künstler / Kiel über seinen Lehrer Kurt Schwerdtfegers „Reflektorisches Farblichtspiel“ aus seiner Weimarer Bauhaus-Zeit
Mittwoch, 6.5.2009
10.00 – 10.45 Uhr
Dr. Bozena Kowalska / Brwinòw „Über den Rationalismus in der geometrischen Kunst und über den in ihr gegenwärtigen Faktor der philosophischen Reflexion und des Geheimnisses“
11.00 – 11.30 Uhr
Gerhard Hotter/ Nürnberg, Künstlerstatement das „Langford-System“ als Grundlage seiner Arbeit
11.45 –12.30 Uhr
Hans Jörg Glattfelder / Paris / Theoretiker und Künstler
„L'Esprit Nouveau“ – Frankreichs langer Marsch in die moderne Gestaltung.
12.30 – 13.30 Uhr Mittag
13.30 – 14.15 Uhr
Ankie de Jongh-Vermeulen / Bureau The Arts / Utrecht „Struktur und Systematik in der niederländischen und angelsächsischen Welt - eine Fortsetzung und Erneuerung der Prinzipien der Stijl-Künstler.“
14.30 – 15.15 Uhr
Dr. Peter Assmann / Direktor der Landesmuseen Oberösterreich / Linz „konkret beeinflußt, ganz persönlich – konstruktiv- konkrete Kunstkonzepte im Österreichblick“
Abschließend wollen wir gemeinsam bei Wein, Käse und Brot – Gaben der beteiligten Künstler – auf die Weiterführung des FORUM KONKRETE KUNST anstoßen.